News Uraufführung: "Hollenstein – ein Heimatbild" im Vorarlberger Landestheater 28. Februar 2020

041 Stefanie Hollenstein_freigestellt

Am Freitag, den 6. März, um 19.30 Uhr findet im Vorarlberger Landestheater die Uraufführung des Stücks „Hollenstein – ein Heimatbild“ von Thomas Arzt statt. Darin führt er die Komplexität der Künstlerpersönlichkeit Stephanie Hollenstein vor Augen und entwirft ein Bild, das nicht nur von ihrer Energie und Stärke, sondern auch von ihrer Widersprüchlichkeit und ihren Abgründen erzählt. Für das Stück recherchiert wurde im Historischen Archiv Lustenau sowie in der in der Galerie Hollenstein verwahrten Sammlung, das Begleitprogramm zum Stück entstand in enger Kooperation zwischen Vorarlberger Landestheater, Galerie Hollenstein, Historischem Archiv sowie dem Franz-Michael-Felder Archiv. Während der Laufzeit des Stücks werden in einer von der Künstlerin Sarah Schlatter entworfenen Vitrine Zeichnungen aus der Sammlung Hollenstein im Foyer des Theaters präsentiert.

Hollenstein – ein Heimatbild
Ein Stück von Thomas Arzt (Uraufführung)
Premiere: Freitag, 6. März, 19.30 Uhr im Vorarlberger Landestheater (Großes Haus)

Infos zu weiteren Vorstellungsterminen und Tickets über das Vorarlberger Landestheater.

Wie soll man mit Werk und Biografie dieser Frau, der aus Lustenau stammenden Malerin, heute umgehen? Ihr zeichnerisches Talent katapultierte sie aus der Vorarlberger Provinz in eines der damaligen Kunstzentren Europas: nach München, an die Kunstgewerbeschule. Schon jung engagierte sie sich tatkräftig für ein neues Rollenverständnis der Frau und für ihre Sichtbarkeit in einer von Männern dominierten Kunstszene. Auch mit ihrem künstlerischen Schaffen wurde Stephanie Hollenstein wahrgenommen. Sie liebte Frauen und zog als Mann verkleidet in den Ersten Weltkrieg; ihr früher Eintritt in die NSDAP lässt auf ihre Faszination für die Weltanschauung des Nationalsozialismus schließen. Nach 1938 nutzte sie die Gelegenheit, sich als Funktionärin im Kunstbetrieb des Regimes Einfluss zu sichern. Die Ausgrenzung bis hin zur Deportation und Ermordung von bisherigen Weggefährtinnen nahm sie in Kauf. Thomas Arzt führt uns in seinem Theatertext die Komplexität dieser Vorarlberger Künstlerpersönlichkeit vor Augen und entwirft ein Bild der Hollenstein, das nicht nur von ihrer Energie und Stärke, sondern auch von ihrer Widersprüchlichkeit und ihren Abgründen erzählt.

Begleitprogramm zum Stück
In Kooperation mit der Galerie Hollenstein, dem Archiv der Marktgemeinde Lustenau und dem Franz-Michael-Felder-Archiv

Samstag, 7. März, 19.30 Uhr, T-Café im Vorarlberger Landestheater
Literarische Umsetzung – Literarische Perspektiven
Thomas Arzt, Autor des Stücks, und Brigitte Hermann, die ihr Hollenstein-Romanprojekt vorstellt, im Gespräch mit Ralph Blase zur Auseinandersetzung mit der Künstlerin.

Dialog im Depot
Ab März regt eine Neupräsentation von Werken aus der „Sammlung Stephanie Hollenstein“ im Lustenauer Depot zu neuen Perspektiven und Gedanken an und lädt ein zu Dialogen – mit Claudia Voit, Leiterin von Kunstraum und Sammlung, Oliver Heinzle, Historisches Archiv Lustenau, und jeweils einem Gast aus der Theaterproduktion.

Donnerstag, 12. März, zu Gast im Depot: Ralph Blase (Dramaturg)
ACHTUNG: Aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus wird dieser Termin verschoben. Ein Ersatztermin folgt (Stand: 11.3.2020)

Mittwoch, 8. April, zu Gast im Depot: Katrin Hauptmann (Schauspielerin)
Beginn: jeweils um 19 Uhr, in der Galerie Hollenstein

Mittwoch, 1. April, 19.30 Uhr, T-Café im Vorarlberger Landestheater
Gespräch über Kunst mit Sarah Schlatter
Die in Berlin lebende und in Vorarlberg aufgewachsene Künstlerin Sarah Schlatter hat aus der Beschäftigung mit Stephanie Hollensteins Werk eine künstlerische Arbeit geschaffen, die im Foyer des Theaters zu sehen ist. Im Gespräch mit Claudia Voit (Leiterin Galerie Hollenstein).

Donnerstag, 16. April, 19.30 Uhr, T-Café im Vorarlberger Landestheater
Hollenstein in ihren Briefen
Eine Lesung aus ihren Briefen wirft Schlaglichter auf die Person Hollenstein, zeichnet Aspekte ihres Lebens nach, lässt Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit zu und bietet Anlass zum Gespräch, beispielsweise über das Verhältnis von Kunst und Politik.