Kunstraum

„Anschlüsse“ von Sarah Schlatter und Jakob Weingartner

In der Galerie Hollenstein – Kunstraum und Sammlung liegt der Fokus auf der Präsentation aktueller Kunst und ihrer Diskurse. In vier Ausstellungen und Projekten jährlich werden Positionen erarbeitet und sichtbar gemacht, die aus dem Ort heraus entwickelt und mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen interagierend konzipiert sind – dabei spielt auch immer wieder die Aufarbeitung und Aktualisierung des seit 1971 hier verwahrten Nachlasses der Malerin Stephanie Hollenstein und der in Zusammenhang damit aufgeworfenen Themen- und Fragestellungen eine Rolle.

Die Gründungsgeschichte des gemeindeeigenen Kunstraums geht auf die Schenkung des künstlerischen und schriftlichen Nachlasses sowie des Realvermögens zweier Schwestern Stephanie Hollensteins zurück. Anstelle des von Stephanie Hollenstein 1934 geplanten und gebauten Hauses, das auch ihr Atelier beinhaltete und den beiden Schwestern bis zu deren Tod Ende der 1960er Jahre als Wohnsitz diente, erbaute die Gemeinde in der Lustenauer Pontenstraße einen Gebäudekomplex, der neben dem Stickereizentrum und der Bibliothek auch einen Ausstellungsraum sowie ein Depot für den bildnerischen Nachlass Hollensteins berücksichtigte.

Willi Oberfrank, Galerieleiter seit der Eröffnung der Räumlichkeiten im Jahr 1971, präsentierte in über 100 Ausstellungen eine Reihe heimischer und internationaler KünstlerInnen, aber auch immer wieder Arbeiten aus der eigenen Sammlung und dem Nachlass Hollensteins. Von 2009 bis 2013 zeichnete Winfried Nussbaummüller für die Programmgestaltung der Galerie verantwortlich und legte den Fokus auf jüngere, experimentellere Formate. Von 2013 bis 2016 gestaltete Oliver Heinzle das Ausstellungsprogramm und beschloss seine Zeit mit einer umfangreichen und kritischen Ausstellung und Publikation zum Leben und Werk Stephanie Hollensteins. Voraussetzung dafür war die erstmalige systematische Aufarbeitung ihres schriftlichen Nachlasses, die in Zusammenarbeit mit der Historikerin Vanessa Waibel über einen Zeitraum von zwei Jahren erfolgte.

Mit Juli 2016 übernimmt Claudia Voit die Leitung und kuratorische Verantwortung für den Kunstraum und die Sammlung und macht es sich zum Anliegen, jüngere künstlerische Entwicklungen im Kontext ihrer gesellschaftlichen Bedeutung zu fördern, zu präsentieren und zu vermitteln – nicht ausschließlich, aber immer wieder mit regionalem Bezug. Dazu gehört auch ein verantwortungsvoller und kritischer Umgang mit der Geschichte des Kunstraums und der Sammlung in aktuellen und experimentellen Formaten.

Programm und Projekte werden jeweils ein Jahr im Voraus geplant und festgelegt – Ausstellungskonzepte und –ideen durch Kuratorinnen und Kuratoren sowie Künstlerinnen und Künstler können gerne laufend schriftlich übermittelt werden.