2017.03

Schlatter_BerlinWahlkampf_2016_Foto:Schlatter

Sarah Schlatter und Jakob Weingartner mit Gästen


Laufzeit: 23. September bis 22. Oktober 2017
Eröffnung: Freitag, 22. September, 18 Uhr

Kultur und Kunst müssen, um aufrichtig und originell zu sein, in ihren Ursprüngen national sein, international aber nur um zu wachsen und in ihrer Entwicklung genehmigt zu werden.
(Stephanie Hollenstein, zitiert aus Unterlagen des Historischen Archivs Lustenau)

Sarah Schlatter (geboren 1982 in Feldkirch, lebt und arbeitet in Berlin und Nenzing) beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit der Wahrnehmung von Zeitgeschichte. Immer wieder bedient sie sich dabei öffentlicher und privater Äußerungen bekannter oder anonymer Dritter. Sowohl Graffiti-Kommentare im öffentlichen Raum als auch Tagebuchaufzeichnungen aus Archiven können dabei zum Material werden:

„In meinen Projekten befasse ich mich an Orten und in Archiven mit Spuren, die dort hinterlassen werden. Oft werden diese erst durch das Wissen von Ereignissen und Epochen lesbar. Meine Aufgabe sehe ich darin, diese Spuren lesbar zu machen, zu kommentieren und in eine zeitgenössische Debatte einfließen zu lassen.“

Für die Ausstellung in der Galerie Hollenstein erarbeiten Sarah Schlatter und der Filmemacher Jakob Weingartner ein neues Projekt, an dessen Beginn eine umfangreiche Recherche im Nachlass von Stephanie Hollenstein steht. Der Fokus liegt dabei auf offensichtlichen und latent vorhandenen sprachlichen und bildnerischen Äußerungen zur Ideologie des Nationalsozialismus, der die Malerin Stephanie Hollenstein bis zu ihrem Tod 1944 nahe stand. In der Kombination mit künstlerischen Beiträgen geladener Gäste konzipiert Sarah Schlatter eine Ausstellung, die einen offenen, diskursiven Charakter hat und den Blick auf die Rolle von Sprache und Bildern im aktuellen, zunehmend von Radikalisierungstendenzen geprägten medialen und öffentlichen Diskurs schärft.

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