SALE ON-SITE

SALE ON-SITE_Sujet: Julian Hagen

Eine Retrospektive
Mit Beiträgen von Bella Angora, tat ort (Berlinger/Fiel), Bernhard Buhmann, Marbod Fritsch, Franz Gassner, Severin Hagen, Gerhard Klocker, Claudia Larcher/Liddy Scheffknecht und Albrecht Zauner/Florian Gerer sowie einem Ausstellungsdisplay von Julian Hagen

Ausstellung
25. November bis 23. Dezember 2016

Eröffnung
Donnerstag, 24. November, 19 Uhr

Mit SALE ON-SITE (dt. „Vor-Ort-Ausverkauf“) ist zum Jahresende eine Retrospektive der besonderen Art geplant: Elf Künstlerinnen und Künstler, die auf unterschiedlichste Weise der Galerie und ihrer Ausstellungsgeschichte verbunden sind, wurden eingeladen, ihren persönlichen Blick noch einmal auf den Raum, seine Geschichte und die über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen und Funktionsweisen zu richten. Ein von Julian Hagen eigens für die Schau konzipiertes Ausstellungsdisplay bildet die formale und inhaltliche Klammer für diese vielstimmige, facettenreiche und immer wieder auch kritische Erzählung, die sich verdichtet zu einer Retrospektive des Raumes selbst.

„Geschichten sichtbar machen, die schon da sind.“
Zum Jahresende und vor Beginn geplanter Umbauarbeiten in den Räumen der Galerie Hollenstein, die nach 45-jähriger Ausstellungsgeschichte nächstes Jahr eine architektonische Aktualisierung erhalten soll, wird mit SALE ON-SITE noch einmal ein Blick zurück geworfen: „Dieses Mal wird keine neue Geschichte geschrieben, sondern diejenigen Geschichten erzählt, die schon da sind und sich über Jahrzehnte in den Raum eingeschrieben haben“, skizziert Claudia Voit, seit Sommer diesen Jahres Leiterin der Galerie Hollenstein, die Idee der Ausstellung. Mit allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern hat sie in ausführlichen Gesprächen über den Raum, seine Historie, Architektur, Struktur und den damit verbundenen Rollen- und Erwartungshaltungen gesprochen. Der Grafiker und Gestalter Julian Hagen wurde daraufhin eingeladen, für Auszüge und Zitate aus diesen Gesprächen ein Display zu erarbeiten, das diese Geschichten im Raum sichtbar werden lässt. Ausgangspunkt war für ihn der dominante Teppichboden in der Galerie, den er als Layout auffasst, um mittels Siebdruckverfahren die dem Raum eingeschriebenen Erzählungen auch tatsächlich in aufwendiger Handarbeit einzuschreiben: „Von Anfang an waren da die Fragen: Geht das überhaupt? Geht das durch? Geht das raus?“ (Julian Hagen)


SALE ON-SITE: ein ortsspezifischer Kunst-Räumungsverkauf
Die Gespräche ergänzend konzipieren alle Künstlerinnen und Künstler jeweils eine Edition, die extra für die Ausstellung produziert und vor Ort und während der Ausstellung erhältlich sein wird. Jede Arbeit bezieht sich aus ganz persönlicher Sicht auf den Ausstellungsraum und seine Geschichte, keine Arbeit kostet dabei mehr als 280.- EUR. Zum Spezialpreis können die Besucherinnen und Besucher damit eine hochwertige Arbeit von Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern erwerben, die in der Vergangenheit die Ausstellungsgeschichte von Lustenau maßgeblich geprägt und die ihre künstlerische Arbeit teilweise hier weiterentwickelt und konkretisiert haben. Ein Stück Ausstellungsgeschichte zum Mitnehmen.


Rahmenprogramm mit Live-Gesprächen und Führungen
Ergänzt wird die Ausstellung um eine Reihe von Live-Gesprächen, die unterschiedliche Akteurinnen und Akteure aus Gegenwart und Vergangenheit der Galerie Hollenstein zusammen bringen. Im Laufe der zahlreichen Gespräche im Vorfeld der Ausstellung haben sich vor allem drei Themenbereiche herauskristallisiert, die in der Vergangenheit durchgehend und immer wieder eine große Rolle gespielt haben und für eine zukünftige Neuausrichtung der Galerie Hollenstein als Kunstraum und Sammlung eine Positionierung erfordern: die organisatorisch-strukturelle Anbindung der Galerie an die Marktgemeinde Lustenau, die als „Dienststelle“ geführt im Spannungsfeld von politisch-repräsentativen und kritisch-hinterfragenden Selbst- und Fremdzuschreibungen steht; die historisch bedingte und zu hinterfragende enge Verknüpfung mit der Person und Biografie Stephanie Hollensteins, die sich immer noch im Namen der Galerie manifestiert; und Standort und Architektur der Galerieräume, die seit ihrer Eröffnung 1971 im Originalzustand erhalten wurden, während sich die Gemeindeentwicklung im Umfeld (zuletzt durch die Auflösung des Stickereimuseums), aber auch die Anforderungen für die Präsentation aktueller Kunst erheblich verändert haben.

Termine
Donnerstag, 24. November
19 Uhr: Eröffnung mit Talk "Zwischen Repräsentation und Kritik: Zur Galerie als Dienststelle der Marktgemeinde" – Peter Niedermair (Landeskulturbeirat), Daniel Steinhofer (Kulturreferent Lustenau) und Severin Hagen (Druckwerk) im Gespräch mit Claudia Voit
Bilder...

Donnerstag, 1. Dezember
18 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung
19 Uhr: "Zur Galerie und ihrem Erbe: Stephanie Hollenstein und die Sammlung" – Claudia Larcher (Künstlerin), Willi Oberfrank (ehemaliger Leiter Galerie Hollenstein) und Liddy Scheffknecht (Künstlerin) im Gespräch mit Claudia Voit

Donnerstag, 22. Dezember
18 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung
19 Uhr: "Zur Architektur der Galerie und einer Aktualisierung" – Reinhard Drexel (Architekturbüro Drexel), Wolfgang Fiel (Architekt und Künstler) und Bernhard Kathrein (Gemeindeplanung Lustenau) im Gespräch mit Claudia Voit

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